Wir über uns

Der Zweck des Vereines ist die Vermittlung von Kenntnissen und Bildung, insbesondere im Bereich der politischen Bildung, sowie in diesem Zusammenhang Jugend- und Seniorenbetreuung. (§ 2,1 der Satzung).
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Die Geschichte des WEB

Am 6. Juni 1977 fanden sich in Köln Günter Schlatter, Rainer Maedge, Heinz Breidenbend, Karl-Heinz Otten, Horst Becker, Franz Irsfeld und Werner Welke zusammen, um das Willi-Eichler-Bildungswerk (WEB) zu gründen. Als Vorsitzender wurde Günter Schlatter, als seine beiden Stellvertreter Rainer Maedge und Karl-Heinz Otten gewählt.

Gleichzeitig mit der Gründung des Bildungswerkes wurden Überlegungen angestellt, eine eigene Bildungsstätte zu errichten. Nachdem anfängliche Ideen, eine Bildungsstätte zu bauen, verworfen worden waren, verhandelte das WEB mit der „Radberg-Jugendheim Braunkohle GmbH“, die in Bad Münstereifel bis 1977 eine eigene Bildungsstätte betrieb. Die GmbH wurde gemeinsam von der Rheinbraun AG und der IG Bergbau getragen. Am 14. Dezember 1977 wurde der notarielle Kaufvertrag zwischen der „Radberg-Jugendheim-Braunkohle GmbH“ und dem WEB abgeschlossen. Das WEB hatte eine eigene Bildungsstätte gefunden, in der ab April 1978 WEB-Seminare durchgeführt wurden. Zum Jahresende 1999 musste die Bildungsstätte aber aufgegeben werden.

Auf der Mitgliederversammlung am 5. September 1978 konnte Hans-Walter Schulten, Geschäftsführer des WEB, berichten, dass in der ersten Jahreshälfte bereits 3027 TeilnehmerInnentage durchgeführt wurden; Seminare fanden statt zu den Themen Wirtschaftspolitik, Kommunalpolitik, Sozialpolitik, Medien- und Bildungspolitik.

Seit 1978 haben mehr als 60.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Seminare des WEB besucht.
Die thematischen Schwerpunkte haben sich in diesen Jahren immer auch der aktuellen politischen Situation angepasst. Unsere Veranstaltungen widmen sich Themen wie Lebendige Demokratie und Partizipation, Zuwanderung und Integration, Bildung und Qualifizierung für politisches Handeln, Demographischer Wandel u. v. m. Auch Seminare für Schöffinnen und Schöffen bzw. ehrenamtliche Richterinnen und Richter bilden einen wichtigen Teil der Seminararbeit des WEB.

Zum 1. Januar 2015 fusionierte der Verein für politische Bildung und Information Bonn e. V. (VPI Bonn) mit dem WEB zur Willi-Eichler-Akademie e. V.

Zur Person Willi Eichler

  • Geboren am 7. Januar 1896 als Sohn eines Postbeamten in Berlin
  • Volksschule und kaufmännische Lehre
  • Soldat im 1. Weltkrieg
  • Sekretär des Philosophen Leonard Nelson in Göttingen, der 1917 den Internationalen Jugendbund gegründet hatte, eine innerhalb der Arbeiterbewegung wirkende, auf ethischen Ideen aufbauende Erziehungsgemeinschaft
  • Mitglied und später Vorsitzender des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK)
  • 1932 Rückkehr nach Berlin; Herausgabe der Tageszeitung »Der Funke«, die sich für die Bildung einer Einheitsfront der Arbeiterbewegung zur Verteidigung der Republik einsetzte
  • Nach Machtantritt des NS-Regimes Flucht nach Frankreich
  • Herausgeber der »Reinhart-Briefe«, die heimlich in Deutschland verbreitet wurden, und der Zeitschrift »Die Sozialistische Warte«
  • Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges Flucht nach England
  • In London Mitarbeiter an den Sendungen des BBC für deutsche Arbeiter und Herausgeber des Informationsdienstes »Europe Speaks«
  • 1941 Gründungs- und Vorstandsmitglied der »Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien«, die nach Kriegsende in der SPD aufging
  • Rückkehr nach Deutschland und seit 1946 Chefredakteur der »Rheinischen Zeitung«
  • Von 1946 bis zu seinem Tode redigierte er die Zeitschrift »Geist und Tat«
  • Mitglied des Parteivorstandes von 1947 bis 1968
  • Vorsitzender des SPD-Bezirks Mittelrhein von 1947 bis 1953
    Mitglied des Landtags NRW, des Frankfurter Wirtschaftsrates, des Europarates und des Deutschen Bundestages
  • Gestorben am 17. Oktober 1971 in Bonn
  • Im SPD-Parteivorstand verantwortete Eichler die Bereiche Kulturpolitik und Programmatik und leitete unter anderem die Kommission zur Erarbeitung des Godesberger Grundsatzprogramms. Sein Interesse galt stets der Klärung grundsätzlicher Fragen sozialdemokratischer Politik und der politischen Bildungsarbeit. Darum trägt das Bildungswerk seinen Namen.
  • Weiterführende Informationen zu Willi Eichlers Leben und Wirken finden sich auch in zwei Beiträgen der Neuen Gesellschaft/Frankfurter Hefte:
    http://www.frankfurter-hefte.de/media/Archiv/2012/Heft_01-02/2012_12_Meyer_Web.pdf 
    http://www.frankfurter-hefte.de/media/Archiv/2014/Heft_03/2014-03_kloke.pdf 

Leitbild von Willi-Eichler-Bildungswerk und Willi-Eichler-Akademie e. V.

Die Willi-Eichler-Akademie ist eine politische Bildungsorganisation, die sich an den Grundwerten der sozialen Demokratie ausrichtet. Die Akademie fördert das lebenslange, inklusive Lernen und sucht den Dialog mit allen, die politisches und zivilgesellschaftliches Engagement als einen wichtigen Pfeiler unserer demokratischen Ordnung sehen. Diese Bildungsarbeit geschieht in Orientierung an einer nachhaltigen Entwicklung und globalen Verantwortung.

 

Die Mitarbeiter/innen und Adresse des WEB

Martin Schilling
Vorsitzender des Vereins:
E-Mail: martin.schilling@web-koeln.de

Karl-Heinz Otten
Dr. Hans Walter Schulten
Claudia Walther 
stv. Vorsitzende

Dr. Sebastian Scharte
Pädagogischer Leiter

Soziale Demokratie
Studienfahrten
Landespolitik /-geschichte NRW

Telefon: 0221/168 898 74
E-Mail: sebastian.scharte@web-koeln.de

Janina Kremer
Leitung Büro Köln
Hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin

Finanzmanagement
Qualitätsbeauftragte
Seminarorganisation:
Angebote für Schöff*innen

Telefon: 0221/168 898 73
E-Mail: janina.kremer@web-koeln.de

Berit Kreutz
Hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin

Seminarorganisation: Angebote für Ehrenamtliche und Multiplikator*innen
Bildung für nachhaltige Entwicklung/Global Citizenship Education

Telefon: 0221/168 898 71
E-Mail: berit.kreutz@web-koeln.de

Ahmad Zaza
Hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter

Projekt „Demokratiewerkstatt – Demokratie
im Quartier“ Seminararbeit

Telefon: 0221/168 898 72
E-Mail: ahmad.zaza@web-koeln.de

Dr. Susanne Drake
Leitung Büro Brüssel

EU-Förderprogramme/EU-Institutionen
Internationale Partnersuche und Internationalisierung von Projekten – SOLIDAR

81a Avenue Jan Stobbaerts
B-1030 Bruxelles
Telefon: +32(0)264 601 31
E-Mail: susanne.drake@web-koeln.de

Stefan Stader
Leitung Büro Berlin
Hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter

Projekt „Perspektiven für eine europäische Identität“

Telefon: 030/657 706 28
E-Mail: stefan.stader@web-koeln.de

Unsere Öffnungszeiten:
Montag-Freitag, 9-17 Uhr
Venloer Wall 15
50672 Köln
Telefon: 0221/168 898 70
E-Mail: kontakt@web-koeln.de

Beirat

Sebastian Welter (Sprecher des Beirats) ist Geschäftsführer der Akademie für internationale Bildung (AIB) in Bonn und seit 1996 in unterschiedlichen Bereichen der internationalen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. Bis 1999 organisierte er beim Deutsch-Russischen Forum e. V. „Young-Leader-Seminare“ zur Förderung des Meinungsaustauschs deutscher und russischer Nachwuchskräfte aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur sowie das Austauschprogramm für Journalistik-Studierende aus Russland. Anschließend übernahm er beim Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (IIZ/DVV) zunächst die Koordination der Projektarbeit in Russland und später für die Regionen Ost-, Südosteuropa und Zentralasien, bevor er 2006 die Leitung des Fachbereichs internationale Jugend- und Erwachsenenbildung beim Bundesarbeitskreis ARBEIT UND LEBEN übernahm. Er studierte Osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaften an den Universitäten Tübingen und Bonn.

 

Dr. Isabell Lisberg-Haag ist seit 2001 Geschäftsführerin der Trio Service GmbH (www.trio-medien.de), Agentur für Wissenschaftskommunikation. Sie ist promovierte Historikerin und lehrte als DAAD-Lektorin an der Université Sorbonne Nouvelle in Paris. Sie war am Haus der Geschichte in Bonn tätig und machte sich danach selbstständig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Beratung und Konzeption von Kommunikationsstrategien und Events in den Themenbereichen Forschungs- und Hochschulpolitik. Diese Feldexpertise bringt sie in abgestuften, crossmedial angelegten PR-Strategien zum Einsatz. Als Beraterin und Begleiterin großer deutscher Hochschulen bei internen Change-Prozessen verfügt sie über valide Kontakte in die Hochschulwelt. Sie auditiert Hochschulen im Themenfeld Diversity und begleitet im Auftrag des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft Universitäten und Fachhochschulen im Bereich zivilgesellschaftliches Engagement. Für das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen konzipiert und realisiert sie aktuelle hochschulpolitische Initiativen und Events.

 

Peter Ruhenstroth-Bauer ist Rechtsanwalt und seit 2017 der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe e. V. (www.uno-fluechtlingshilfe.de), dem deutschen Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Daneben ist er Lehrbeauftragter im Bereich „Politische Kommunikation/Regierungskommunikation“ an der Universität Potsdam und der Hochschule Magdeburg. In seinen beruflichen Stationen war er unter anderem bis 1991 Parlamentskorrespondent und Studioleiter beim RADIODIENST BONN. Ab 1992 war er zunächst Pressesprecher, später Dienststellenleiter und Bevollmächtigter des Saarlandes beim Bund. 1998 wurde er Stellvertretender Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung und 2002 Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Im Ehrenamt ist er Mitbegründer des Kreativpakt e. V. (www.kreativpakt.org) und unterstützt den Verein „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ (www.gesichtzeigen.de).

Dr. Markus Schwertel verantwortet bei Hewlett Packard den Bereich Government Relations in Zentral- und Osteuropa, Zentralasien, dem Mittelmeerraum, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika. Zuvor war er Geschäftsführer der in Berlin ansässigen NGO „Internet und Gesellschaft Collaboratory e. V.“ Davor war er 14 Jahre bei Cisco zuerst in Deutschland und Europa mit Corporate Social Responsibility-Programmen und zuletzt in Asien in der Social Innovation Group aktiv. Davor war er acht Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag. Er hat Trainings für Unternehmen, Stiftungen, gesellschaftliche Organisationen bundesweit und im In- und Ausland durchgeführt. Schwerpunkte waren Projektmanagement, Kreativität, Führungstechniken, Kampagnenplanung und Rhetorik. Er hat 1994 an der RWTH Aachen einen Magister in Politischer Wissenschaft, Soziologie und Volkswirtschaft abgelegt, 2005 einen Master an der Universität Rostock in Medien und Bildung erlangt und 2014 zum Dr. phil. an der TU Berlin zum Thema Public Private Partnership in der beruflichen Bildung promoviert.

 

Claudia-Walther arbeitet als Senior Project Manager für die Bertelsmann Stiftung und ist Mitglied im Regionalvorstand der SPD Mittelrhein.
Beruflich wie auch politisch sind ihre Schwerpunktthemen Migration und Vielfalt sowie Diversity. In der Bertelsmann Stiftung ist sie seit 2001 tätig – derzeit im Programm „LebensWerte Kommune“.
Nach ihrem Magisterabschluss in Politischer Wissenschaft, Germanistik und Geschichte an der RWTH Aachen hat sie 1993/1994 im damaligen Landesministerium für die Gleichheit von Mann und Frau Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Von 1994 bis 1996 arbeitete sie in Wien bei der International Union of Socialist Youth (IUSY). Von 1996 bis 2000 war sie Geschäftsführerin des grenzüberschreitenden Projektes EFI in der Euregio Maas-Rhein (D/NL/B).

Links

Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V.
Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V.

Landesarbeitsgemeinschaft demokratischer Bildungswerke NRW
Landesarbeitsgemeinschaft demokratischer Bildungswerke NRW

Gütesiegelverbund Weiterbildung
Gütesiegelverbund Weiterbildung

Netzwerk Politische Bildung
Netzwerk Politische Bildung

Bundeszentrale für politische Bildung
Materialien, Veranstaltungen und Bildungsangebote für politisches Handeln

Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen
Materialien, Veranstaltungen und Bildungsangebote für politisches Handeln

Friedrich-Ebert-Stiftung
Politische Bildung und mehr

Bildungswerk Stenden
Das Bildungswerk am Niederrhein

Heinz-Kühn-Bildungswerk
Heinz-Kühn-Bildungswerk

Gustav-Heinemann-Bildungsstätte
Gustav-Heinemann-Bildungsstätte

Herbert-Wehner-Bildungswerk
Bildungsangebote aus der Heimat von Herbert Wehner

Bildungsurlaub
Informationen zum Bildungsurlaub

Bildungsscheck
Informationen zum Bildungsscheck

Bildungsprämie
Informationen zur Bildungsprämie

Nordrhein-Westfalen
Die offiziellen Seiten des Landes Nordrhein-Westfalen

Bezirksregierung Köln
Partner der Weiterbildungseinrichtungen in der Region

Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik
Dachorganisation sozialdemokratischer KommunalpolitikerInnen

Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik NRW
Information und Qualifizierung für kommunales Handeln

SPD
Offizielle Website der SPD

Die Grundsätze unserer Arbeit

1. Unser Grundverständnis als Bildungswerk

  • Die Willi-Eichler-Akademie ist seit über 40 Jahren Träger der politischen Erwachsenenbildung. Das Bildungswerk ist aus der Tradition der Arbeitnehmer:innenbildungswerke entstanden und fühlt sich nach wie vor den Grundwerten der sozialen Demokratie verpflichtet: Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Auch wenn sich die Definition von „Arbeiter:innenklasse“ und die gesellschaftlichen Herausforderungen über die Jahre verändert haben, so bleibt das Eintreten für diese Werte unverändert wichtig. Dies ist an den aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland, in Europa und weltweit abzulesen. Daher sehen wir uns als Akteur der politischen Bildung auch als Teil einer internationalen, progressiven Bewegung, die sich klar zu den Menschenrechten bekennt und sich deutlich gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Art von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit positioniert.

  • Wir möchten mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass gesellschaftliche Pluralität wertgeschätzt wird und Teilhabe für alle am gesellschaftlichen Diskurs ermöglicht werden kann. Politische Bildung ist die Grundlage unserer Demokratie.

  • Durch unsere Angebote fördern wir personelle Kompetenzen, die für die aktive Mitgestaltung der Gesellschaft notwendig sind. Die Teilnehmenden sollen dazu befähigt werden, Sachverhalte zu verstehen, kritisch zu reflektieren, auf ihre Lebensrealität anzuwenden und im besten Fall daraus Handlungsoptionen für sich abzuleiten. Unsere Angebote sollen also immer sowohl die kognitive als auch die emotionale und die Verhaltensebene der Lernenden ansprechen. Darüber hinaus sehen wir es als unsere Aufgabe an, Menschen zum konstruktiven Streiten sowie zum Aushandeln von Kompromissen zu befähigen, um in demokratischen Prozessen Lösungsoptionen und Antworten auf gesellschaftliche Fragen zu finden.

  • Als politische Bildner:innen orientieren wir uns an den Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses. Dabei sind wir uns aber bewusst, dass politische Bildung nie neutral sein kann und wir als Bildungsakteur ebenfalls in einem Macht- und Hierarchiegefälle zu den Teilnehmenden stehen. Wie bemühen uns, jeweils die eigene Positionierung transparent zu machen und die vermittelten Wissensbestände multiperspektivisch und kritisch zu kontextualisieren.

    1.1 BNE als neuer integraler Bestandteil unserer Arbeit

  • Die gesellschaftlichen Herausforderungen sind komplexer geworden, multiple Krisen fordern schnelles Handeln. Doch wie können Lösungsansätze für die großen Fragen unserer Zeit gefunden werden, ohne Menschen dabei zurückzulassen? Politische Bildung muss den Blick auf globale Fragestellungen lenken und Gestaltungsoptionen sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene lokal, regional und global eröffnen.
  • Wir möchten als Bildungswerk unseren Teil dazu beitragen, dass die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen erfüllt werden und haben beschlossen, uns auf den Weg zu machen, um unsere Arbeit Schritt für Schritt mit dem ganzheitlichen Ansatz einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in Einklang zu bringen – dieser Ansatz soll sich sowohl in unserer pädagogischen Arbeit als auch in unseren internen Organisationsprozessen widerspiegeln.

2. Welche Bildungskonzepte sind für uns handlungsleitend?

  • Grundlegendes Ziel unserer Arbeit ist die Förderung und Stärkung der Demokratie durch politische Bildungsprozesse. Dabei verstehen wir Demokratie nicht nur als Gesellschaftsform, im Sinne einer Staats- und Institutionenlehre, sondern vielmehr auch als Lebensform. Demokratiebildung ist dabei das Bildungskonzept, dass Menschen dazu befähigen soll, demokratisch Entscheidungen treffen zu lernen und sich selbst als aktives, selbstwirksames Subjekt wahrzunehmen und sich in gesellschaftliche Debatten und Prozesse einzubringen.

  • Wir sind davon überzeugt, dass auch eine sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft nur in demokratischen Dialogprozessen gestaltet werden kann. Die Herausforderungen einer notwendigen Transformation sowie mögliche Handlungsspielräume, um an dieser zu partizipieren, werden durch das Konzept der Transformativen Bildung vermittelt.

  • Unser Anspruch ist es, diese beiden Bildungskonzepte in all unseren Seminaren, Workshops, Bildungsurlauben und Veranstaltungen zusammen zu denken.

    2.1 Demokratie als Lebensform
    Eine demokratische Gesellschaft beinhaltet immer unterschiedliche individuelle oder gruppenspezifische Interessen Dementsprechend müssen viele Diskussionen, Auseinandersetzungen und Verhandlungsprozesse stattfinden, um Kompromisse zu finden.

    Um diese gesellschaftlichen Kompromisse zu teils sehr herausfordernden und kontroversen Sachverhalten friedlich miteinander zu erarbeiten, wollen wir Menschen dabei unterstützen, bestimmte Fähigkeiten zu entwickeln und zu stärken, die dafür vonnöten sind.

    Dabei beziehen wir uns auf das Konzept des Sozialen Lernens. Dieses stärkt die Entwicklung der eigenen soziale Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen aber auch im Umgang mit sich selbst und kann auf unterschiedliche Arten und durch verschiedene Methoden stattfinden. Zum Beispiel werden Reflexionsfähigkeit und durch Perspektivwechsel gestärkt und entwickelt.

    Soziales Lernen setzt an einem wichtigen Ansatz der Demokratie an; nämlich interessierte Bürger:innen für die Mitgestaltung der Gesellschaft zu gewinnen und sie zu aktivieren. Dies kann durch sozialraumorientierte Angebote und aufsuchende politische Bildungsarbeit gelingen. 

 

3. Transformative Bildung

„Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn Menschen weltweit, gegenwärtig und in Zukunft, würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung planetarer Grenzen entfalten können. Eine solche gesellschaftliche Transformation erfordert starke Institutionen, partizipative Entscheidungen und Konfliktlösungen, Wissen, Technologien sowie neue Verhaltensmuster.“3

Ein Ansatz in der BNE, der diese neuen Verhaltensmuster fördern soll, ist das Konzept der transformativen Bildung. Hier geht es insbesondere darum, Lernende in ihren tradierten Denkmustern zu irritieren und ihnen Impulse zu geben, um ihre Überzeugungen zu reflektieren und zu einer Transformation der eigenen Vorannahmen (Perspektiven, Denkweisen, Denkgewohnheiten) beizutragen. Das heißt es geht vielmehr um Verlernen als um Erlernen. Darüber hinaus beschäftigt sich das Bildungskonzept mit der Transformation von Bürger:innenschaft und demokratischer Teilhabe. Transformation bleibt nicht bei der individuellen Verhaltensänderung stehen, sondern zielt vielmehr auf die strukturellen und institutionellen Bedingungen für eine globale Politik, die voraussetzt, dass sich Denkrahmen und Perspektiven verändern. Transformative Bildung und transformatives Lernen soll Menschen zur Partizipation an der gesellschaftlichen Transformation befähigen.

Für die konkrete Arbeit bedeutet dies, dass wir versuchen in unseren Angeboten immer multiperspektivische Ansätze zu vermitteln, Alternativen zu den bestehenden Normativen aufzuzeigen und Lernumgebung und Lernorte sowie Formate neu zu gestalten, um ein erfahrungsbasierteres Lernen zu ermöglichen.

4. Zielgruppen
Wir richten unser Seminarangebot an alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung und sexueller Identität. Wir setzen voraus, dass Teilnehmende unsere Werte in Bezug auf die Menschenrechte und unsere Position gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Art von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit teilen. Mit diesem Verständnis werden Teilnehmende zu Partner:innen in Bezug auf unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Demokratie zu festigen und auszubauen. Die Stärkung der persönlichen Handlungskompetenz sehen wir als Motor, um möglichst viele Menschen für die aktive Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen und demokratischen Prozessen zu begeistern.

Wir verstehen uns auch als Anbieter von individuellen Angeboten für Gruppen, Vereine oder andere Vereinigungen des bürgerschaftlichen Engagements. Diese Angebote entwickeln wir zielgruppenspezifisch, bedarfsorientiert und in enger Absprache mit der jeweiligen Gruppe.

 

5. Implementierung des Konzepts durch die Mitarbeitenden

5.1 Mitarbeitende WEA
Wir sehen uns als lernende Organisation, die die hier beschriebenen Grundsätze und pädagogischen Konzepte über die Mitarbeitenden in der alltäglichen Arbeit lebt und sich auf dieser Basis ständig weiterentwickelt. Dies bedeutet, dass die Mitarbeitenden die Bereitschaft zur entsprechenden kontinuierlichen Anpassung des Bildungsprogramms und das Verständnis von Reflexion als Schlüssel zur Transformation mitbringen.

5.2 Freie Dozierende und Trainer:innenWir möchten unsere freien Dozierenden und Trainer:innen an diesem Lernprozess aktiv beteiligen und die Teilnahme an Fortbildungen ermöglichen. Der vertrauensvolle und partnerschaftliche Austausch ist die Basis um gemeinsam mit Dozierenden und Trainer:innen unser Bildungsprogramm weiterzuentwickeln und gegenseitige Fortbildungsbedarfe zu definieren.

1.  Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt. Sie ermöglicht jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen. (Weitere Infos unter: https://www.bne-portal.de/de/was-ist-bne-1713.html)

2.  Die Verankerung von BNE in außerschulischen Bildungsangeboten ist sowohl in der Landesstrategie „Zukunft. Lernen. NRW“ des MKLNUV als auch zukünftig in der Novellierung des WbG NRW zu finden.
3.
https://www.bne-portal.de/de/was-ist-bne-1713.html 3

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