Eingestellt am11. Januar 2017 Von inAllgemein, politische_themen, Slider mit 473 Views

Macht Fußball Politik? Spannende Debatte über die schönste Nebensache der Welt

Unsere gestrige Podiumsdiskussion im Kölner Geißbockheim stand unter dem Motto „Fußball – Macht – Politik“. Engagiert diskutierten Michaela Engelmeier, Mitglied des Deutschen Bundestags (Oberbergischer Kreis) und sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sowie der Politikwissenschaftler und Publizist Richard Gebhardt über das Beziehungsgeflecht zwischen Fußball und Politik ‚vor Ort‘ und auf der großen Bühne.

In der Debatte, moderiert vom stellvertretenden domradio-Chefredakteur Johannes Schröer, ging es unter anderem um die Inszenierung von Spitzenpolitikern in dem und mit dem Spiel – wer zum Beispiel erinnert sich nicht an die Mittelstürmer-Legende des TuS Talle, Ex-Bundeskanzler Gerhard „Acker“ Schröder? Dass ein christdemokratischer Bundestagsabgeordneter vor einem halben Jahr Präsident des einflussreichen Deutschen Fußball-Bundes wurde und nun auch vor der schwierigen Aufgabe steht, die Öffentlichkeit vom ’sauberen‘ Spiel – Stichwort „Fußballmafia“ DFB/FIFA – zu überzeugen, war ebenfalls Thema.

Schwerpunkt der Diskussion war schließlich die Situation im Stadion und auf der Straße: Ist der Fußball tatsächlich das letzte verbliebene gesellschaftliche Großereignis? Und existiert überhaupt ein ‚unpolitischer‘ Fußball? Letzteres verneinte Gebhardt mit Blick auf die verschiedenen Fankulturen, die nicht zuletzt durch die HoGeSa-Demonstrationen in Köln wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind. Ultras, Hooligans, Hooltras, „Gewaltttäter Sport“: Engelmeier gab zu, dass das Politische auf den Rängen und im Fan-Alltag zu lange unterschätzt worden ist – mittlerweile sei aber klar, dass auch hier das Eintreten für Demokratie und Toleranz, gegen Extremismus, Rassismus und Ausgrenzung von der ‚großen‘ Politik mehr gewürdigt und unterstützt werden müsse.