WEB_Gründung

Eingestellt am6. Juni 2017 Von inAllgemein, politische_themen, Slider mit 220 Views

40 Jahre Willi-Eichler-Bildungswerk – Demokratie lernen und leben als Auftrag

Politische Bildung – wichtiger denn je in Zeiten von Populismus, Verschwörungstheorien und fake news, Demokratiemüdigkeit und teils sogar -verachtung im realen Leben wie im Netz. Demokratie lernen und leben als Auftrag: Heute, am 6. Juni, feiert das Willi-Eichler-Bildungswerk in Köln seinen 40. Geburtstag. „Willi-Eichler-Akademie und -Bildungswerk ist ein hoher Anspruch“, so Geschäftsführer Martin Schilling. „Unser originärer Auftrag ergibt sich durch das Weiterbildungsgesetz in Nordrhein-Westfalen und die Ausrichtung ‚Politische Bildung‘. Unsere Ausrichtung ist durch das Erbe Willi Eichlers, Vordenker sozialdemokratischer Politik und politischer Bildungsarbeit sowie ‚Vater‘ des Godesberger Programms der SPD, beschrieben.“

Am 6. Juni 1977 fanden sich in Köln Günter Schlatter, Rainer Maedge, Heinz Breidenbend, Karl Heinz Otten, Horst Becker, Franz Irsfeld und Werner Welke zusammen, um das Willi-Eichler-Bildungswerk (WEB) zu gründen. Als Vorsitzender wurde Günter Schlatter, als seine beiden Stellvertreter Rainer Maedge und Karl-Heinz Otten gewählt. Den Vorsitz des heutigen Trägervereins Willi-Eichler-Akademie e. V. hat auch heute noch Günter Schlatter inne, seine Stellvertreter sind weiterhin Karl-Heinz Otten sowie Hans Walter Schulten, selbst langjähriger WEB-Geschäftsführer.

Gleichzeitig mit der Gründung des Bildungswerks wurden Überlegungen angestellt, eine eigene Bildungsstätte zu errichten. Nachdem anfängliche Ideen, eine Bildungsstätte zu bauen, verworfen worden waren, verhandelte das WEB mit der „Radberg-Jugendheim Braunkohle GmbH“, die in Bad Münstereifel bis 1977 eine eigene Bildungsstätte betrieb. Am 14. Dezember 1977 wurde der Kaufvertrag zwischen der „Radberg-Jugendheim-Braunkohle GmbH“ und dem WEB abgeschlossen. Das WEB hatte eine eigene Bildungsstätte gefunden, in der ab April 1978 WEB-Seminare durchgeführt wurden, die aber knapp 20 Jahre später wieder aufgegeben werden musste.

Seit 1978 haben mehr als 60.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Seminare des WEB besucht. Die thematischen Schwerpunkte haben sich in diesen Jahren immer auch der aktuellen politischen Situation angepasst. Die Veranstaltungen widmen sich Themen wie Lebendige Demokratie und Partizipation, Zuwanderung und Integration, Bildung und Qualifizierung für politisches Handeln, Demographischer Wandel u. v. m. Seminare für Schöffinnen und Schöffen bzw. ehrenamtliche Richterinnen und Richter bilden ebenfalls einen wichtigen Teil der Seminararbeit des WEB.

„Allerdings braucht es in Zukunft auch neue Formate, um mehr Menschen zu erreichen: Politische Bildung direkt im Veedel und Stadtteil, verstärkt digitale Angebote zur Partizipation oder auch Veranstaltungen wie Lesungen und Filmabende mit anschließender Diskussion“, ist sich Geschäftsführer Schilling sicher. Noch in diesem Jahr wird der WEB-Beirat wird mit einem Projekt zum Thema „Solidarität 4.0“ starten: Mit dem Auseinanderdriften von Lebens- und Arbeitswelten scheint sich auch das Solidaritätsverständnis ausdifferenziert zu haben. Solidarität wird heute offenbar weniger gesamtgesellschaftlich als milieubezogen verstanden. Das Projekt zielt darauf ab, Menschen unterschiedlichen Alters, aus verschiedenen sozialen Milieus und mit unterschiedlichen Kommunikationsgewohnheiten zusammenzuführen und mit ihnen über ihr jeweiliges Solidaritätsverständnis zu diskutieren. Die Teilnehmenden werden zu Akteuren eines politischen Meinungsbildungsprozesses, der Ideen und Handlungsansätze generiert, wie Solidarität und soziale Sicherheit im digitalen Zeitalter gesamtgesellschaftlich organisiert und Impulse für Entscheidungsprozesse auf politischer Ebene vermittelt werden können.

40 Jahre Willi-Eichler-Bildungswerk – Demokratie lernen und leben als Auftrag: Im Herbst dieses Jahres wird der runde Geburtstag mit Freunden, Förderern und (Kooperations-) Partnern noch gebührend gefeiert werden.